Wie ein Reh im Gegenlicht.

tumblr_nu84qxsBJB1smapx8o1_500

Eins. [Dunkelheit]

Ich bin müde, der November ist genauso grau und dunkel wie die Nacht. Die Sonne quält sich durch die Bäume und ich versuche sie irgendwie einzufangen und in mein Herz zu stopfen. Ich gehe in Bars und beobachte heimlich die Menschen, die lachen und tanzen, sich zufällig berühren oder küssen. Ich stehe nur da und trinke meinen Vodka und fühle mich unglaublich abgefuckt. Ich wundere mich, ob sich wohl gerade auch irgendwer genauso einsam fühlt wie ich.

Zwei. [Aufstand]

Der November. Ich habe das Gefühl, das graue Dasein in diesem Monat fällt mir auf den Kopf und man kann sich nicht bewegen. Alles was du machen kannst, ist im Bett liegen und hoffen, dass du schnell einschläfst, bevor du hinfällst. In meinem Herz tobt ein Aufstand, zwischen Ja und Nein und ich fühle mich wie ein Reh im Gegenlicht. Ich fühle mich allein, ich fühle mich verdammt klein und ich spüre eine Leere, die sich in mir ausbreitet.

Drei. [Träume]

Ständig ein Auf und Ab zwischen meinen Träumen und am Ende doch der Fall mit Knall. Das Jahr ist schon wieder wie im Schnelldurchlauf vorbeigezogen und ich wundere mich, wie es sein kann, dass schon bald Weihnachten ist. Wann geht man denn eigentlich diesen Weg, der einen Glücklich macht?

Vier. [Selbstlüge]

Liebe ich dich, liebe ich dich nicht? Liebe ich mich? Wo soll das alles hinführen, wenn wir alle im Kreis laufen und nicht vorankommen? Hat das Sinn oder kann das Weg? Ist es nur weil ich es nicht anders überstehen und ertragen kann? Ich lüge mir selber ins Gesicht und schäme mich dafür, wie ich bin.

Fünf. [Nein]

Überall wo man hinschaut, eins steht fest: In dieser Welt gönnt dir niemand Glück. Wieso ist diese Welt so ungerecht und wo ist das verdammte Karma, wovon alle reden? Ich hab doch schon so viele Punkte gesammelt. Du bist schon immer der Minusmensch gewesen. Du hast einen Chef, der dich anschreit weil du ein Vollidiot in seinen Augen bist. Du kannst dich nicht wehren, er kann es nicht sehen, wie viel du arbeitest und am Ende ist es immer schlecht. Menschen müssen ihre Macht ausüben, denn Gerechtigkeit ist schon immer langweilig gewesen. Mit erhobenem Stinkefinger bin ich dafür, dass alle, die Schwache ausnutzen, auch mal ein radikales NEIN zu ihrem Verhalten von der Welt bekommen.

Sechs. [Zeit]

Wo ist all diese Zeit, die angeblich heilen soll? Es gibt keinen Sonnenaufgang und keinen Morgen, es gibt nur Zeit, die an mir vorbeifliegt und ich sowieso nichts gegen die Schmerzen machen kann. Das Herz tut weh und die Füße auch ein bisschen, weil man schon so viele Kilometer vor der Leere im eigenen Körper geflohen ist, um am Ende doch wieder bei sich selbst anzukommen.

Sieben. [Tränen]

Still mit einem Bier in der Hand, in der Ecke stehen, das kann ich am besten, denn dort sieht niemand wie die Tränen in die Flasche fallen. Mein Bier liebt mich, so wie ich dich liebe, aber im Endeffekt weiß ich, dass es alles gar nicht mehr so schön ist zwischen uns. Ich atme durch meine kaputte Lunge dein Parfum ein, ich weiß wir werden uns nur noch einmal küssen.

Acht. [Verbittert]

„Bleib bei mir, ich brauche dich.“ Hat dir das jemand in letzter Zeit gesagt? Hast du es heute schon zu jemandem gesagt? „Ich will dich nie verlieren, du bist mein ein und alles. Ich kann niemals ohne dich leben.“ Wann willst du es sagen? Wem willst du es sagen? Sind wir verbittert, weil wir alle irgendwen lieben, der irgendwen anderes liebt?

Neun. [Freundschaft]

Ich würde Ozeane für Menschen überqueren die ich liebe, aber andere nicht für mich. Ich finde es schwer, mich damit abzufinden aber ich merke Tag für Tag, wie mein Herz langsam auseinanderbricht. Du und ich. Ich und du. „For ever, I love you.“

Zehn. [Vorbei]

Ich wünsche mir manchmal, du wärst hier. Ich vermisse dich unglaublich, obwohl ich nicht mal weiß wo du gerade bist.

Es gibt kein Ende.