chapter three.

asphalt ist hart aber gerecht.

 tumblr_n3ov4jBmwW1sqhwzso1_500

 

wärst du gerne etwas besonders? hättest du gerne ein eigenes denkmal?

wir leben auf dieser welt, wir laufen jeden tag auf ihrer straße und wir liegen auf ihrer wiese und wir stolpern auf ihren wegen. und wenn du so läufst und dich fragst, ob du später mal jemand besonders sein wirst, dann findest du darauf keine antwort. die meisten menschen machen nichts besonders aus ihrem leben. sie gehen zur schule, machen eine ausbildung, oder auch nicht. gehen auf hochschulen und arbeiten in jobs die sie nicht lieben und sterben irgendwann.

ich frage mich, wenn ich so die straße langlaufe, ob ich das will. will ich dieses normale leben? will ich nicht lieber was großes erfinden, was großes leisten? was total verrücktes machen, etwas was ich liebe und etwas was mir spaß macht? eigentlich will ich kein normales leben, wie jeder zweite. aber ich habe nicht das geld für großes, ich lebe nicht in der richtigen stadt für großes und ich kann auch nichts richtig gut, was mich großes leisten lässt.

ich frage mich, wenn ich so die straße langlaufe, ob ich später mal vergessen bin. wenn ich tot bin, und noch mal hundert jahre vergehen, ob mich dann noch jemand kennt. wissen meine nachfahren vielleicht noch wer ich war?. wie ich gelebt habe und wie ich ausgesehen habe? ich denke nicht. ich werde dann einfach irgendeine uroma von irgendjemanden sein, die mich nicht mehr kennen, so wie ich meine uroma nicht kenne und nicht weiß, wie sie mal ausgesehen hat. war sie hübsch? was hat sie so gemacht und wie war wohl ihr leben? ich weiß es einfach nicht. und eigentlich macht man sich da auch nicht viele gedanken drum. ich kannte sie nicht und deshalb ist es mir eigentlich egal. und später werde ich genauso egal sein.

ich frage mich, wenn ich so die straße langlaufe, ob ich es jemals schaffen kann, etwas besonders zu sein. Ich wäre gerne etwas besonderes und ich möchte nicht, dass man mich vergisst. ich will gar nicht reich und berühmt sein wie eine sängerin oder eine schauspielerin. ich will etwas anderes. ich will was gutes tun und ich will gerne ein guter mensch sein. ich will sein wie die brüder grimm. ich will was schönes machen. ich will menschen etwas schönes zeigen und will menschen tolle märchen erzählen. aber das gibt es schon alles.

wenn ich dann irgendwann sterbe, dann möchte ich mich nicht fragen, ob ich was verpasst habe und ich möchte mich nicht fragen, was eigentlich der sinn hier auf der erde war. ich möchte ein schönes leben gehabt haben und ich möchte auch nichts getan haben, was ich nicht aus ganzem herzen geliebt habe. am ende will ich glücklich sein und wissen, dass ich was gemacht habe, was mich erfüllt hat. was meinem leben einen sinn gegeben hat. ich will wissen, dass ich gute freunde hatte und ich will wissen, dass mich meine familie geliebt hat. ich will alles gemacht haben, was ich mir nicht zugetraut hätte und ich will alles ausprobieren worauf ich lust hatte und vielleicht auch wovor ich angst hatte. ich will alles mitnehmen und ich will reisen. ich will so viele städte sehen und ich will irgendwann mal hier raus. aber am meisten will ich nichts vermissen und glücklich gewesen sein, auch wenn ich am ende dann doch nicht alles geschafft habe und mich nach hundert jahren keiner mehr kennt.

und wenn man dann so über all das nachdenkt, stolpert man über einen stein und der aspahlt holt dich zurück in die realität. und weil er so zu allen menschen ist, ist das auch gerecht. dann liegst du da und weißt, dass du das womöglich alles niemals schaffen wirst und dass es vielen menschen so gehen wird. die meisten werden spätestens in hundertfünftzig jahren vergessen sein und keiner kennt mehr ihren namen, auch mir wird es so gehen.

keiner wird uns ein denkmal bauen. dein name wird niemals in den zeitungen dieser welt stehen.und auch keine straße, wird nach dir benannt sein. wir sind so klein hier auf dieser welt. wir sind nur eine kleine person von knapp 7,2 milliarden menschen auf der welt. und wir werden so schnell wieder weg sein und vergessen sein, wie der wind, der an uns vorbei bläst, wenn wir auf dem aspahlt liegen und unsere blutiges knie angucken.  vielleicht ist das auch alles gar nicht mal so wichtig. die hauptsache ist doch, dass wir ein schönes leben auf dieser wundervollen welt hatten.

chapter two.

i am constantly torn between killing myself and killing everyone around me.

Bild

du wachst morgens auf und weißt nie was passieren wird. du weißt, dass du zur arbeit gehst, du weißt, dass du zur uni musst oder in die schule. du weißt aber niemals was so alles dazwischen passieren kann. vielleicht lächelt dich jemand an, den du gar nicht kennst und freust dich, dass es jemand gibt, der dich einfach so angelächelt hat. vielleicht winkt dir ein vorbeilaufendes kind zu und du freust dich, weil es so süß geguckt hat und noch gar nichts von dieser welt versteht. vielleicht bekommst du eine sechs in mathe oder vielleicht auch eine eins. vielleicht findest du geld auf der straße oder du siehst ein weinendes mädchen an dir vorbeilaufen. vielleicht bekommst du auch ein lob oder eine umarmung von jemanden, den du magst und vielleicht auch einen kuss. vielleicht siehts du jemanden, den du vermisst hast oder an den du gedacht hast und manchmal steht es einfach eins zu hundert, dass du dieser person überhaupt begegnest. und dann begegnest du ihr.

du bekommst herzklopfen. hallo herz, da bist du ja. die ganzen tage warst du weg. rennst du weg? gehst du auf die person zu oder tust so, als ob du sie nicht gesehen hast?

und wenn du dann auf das herz hörst, dann ist es falsch. du weißt genau, dass du die person, wenn du sie siehst, mit ihr redest, dein ganzen tag sich alles nur noch um sie drehen wird. dein kopf, dein herz, dein körper ist dann XY-Versucht. weil du nur noch an den augenblick denken kannst, an dem du diese person gesehen hast, mit ihr gesprochen hast und sie dich angelächelt hat oder dir einen kuss auf die wange gegeben hat. und dann willst du ihr so viel sagen und so viel erzählen und dann sagst du doch nichts und gehst wieder weil einer von beiden weiter muss.

und wenn du dann auf dein kopf hörst, dann ist es falsch. du weißt genau, dass du die person, wenn du sie nicht sieht, nicht mit ihr reden kannst, sie nicht umarmen kannst und du auch keinen kuss auf die wange bekommst. dann ist dein kopf, dein herz und dein körper zwar nicht XY-Versucht, aber du wünscht dir, dass du mit der person gesprochen hättest, du wünscht, dass du der person kurz in die augen gucken könntest und du wünscht dir manchmal auch, diese person nur kurz zu umarmen und für fünf minuten zu sehen.

wenn du dann nach hause wankst, fängt wieder alles von vorne an, weil du XY schon seit einigen tagen aus deinem gedächtnis verdrängt hast. du hast sie rausgeschmissen und zehn schlösser vor den einigang deines gehirns gehangen …und dann ist sie wieder da.

und das sind dinge, die man morgens nicht weiß. du stehts auf und gehts durch die haustür und dann passieren dir lauter solche sachen, die dich den ganzen tag nicht mehr in ruhe lassen und die dich dann runterziehen und dich auf den boden reißen und dich zu einem jammerlappen machen.

du kannst natürlich auch durch die haustür gehen und dich von einem bus überfahren lassen. vielleicht ist das manchmal die bessere alternative als schmetterlinge im bauch und einem kammerflimmern in der brust.

 

chapter one.

tumblr_n2ca0iVDwA1sf5yl6o1_400

kennst du das?

weißt du wie das ist, wenn man angst hat? wenn man denkt, man kann nicht mehr weiter gehen? man kann nicht mehr aufstehen? weißt du wie es ist, wenn du was falsch gemacht hast und wen und du dir selber nicht eingestehen kannst, das du falsch bist?

ich fühle mich falsch und ich bin falsch und ich habe angst und ich könnte heulen, ich könnte schreien. aber ich will nicht, dass das jemand hört und ich will nicht, dass das jemand weiß und das jemand sieht. ich will nichts sagen und innerlich will ich noch mehr heulen, so viel heulen, bis ich nicht mehr kann. ich will vor wut heulen. ich will vor lauten gefühlen explodieren und will nicht, dass jemand diese explosion hört. kennst du das?

andererseits bin ich schwach. ich bin zu schwach um zu weinen, obwohl ich das eigentlich will aber es kommt nichts. bin zu schwach um etwas zu sagen. bin zu schwach um mich aufzuraffen, um mal raus zu gehen um mal so richtig luft zu holen. bin zu schwach um zu atmen. kennst du das? wenn du zu schwach bist um zu atmen?

ich hasse mich und ich hasse mein leben und ich hasse sowieso alles. ich hasse, was ich getan habe und ich hasse mich jede sekunde mehr. ich bin ein schlechter mensch, bin eine schlechte schwester und schlechte tochter und ich bin eine noch schlechtere freundin. ich bin so schlecht, dass ich mich selber für mich schäme. und das gefühl geht nie weg. schämst du dich auch manchmal für dich?

ich bin unsicher. ich bin unsicher, wen ich lieben soll, was ich werden soll, was ich machen soll. ich bin unsicher hier. und ich bin auch unsichtbar. unsichtbar für dich.

ich bin traurig. ich bin noch mehr traurig weil ich weiß, dass ich dich heute nicht sehe und auch die nächsten tage nicht sehe und ich bin traurig, dass ich so über dich denke und ich bin traurig, dass ich das keinem sagen kann und dass es einfach keinen sinn ergibt. ich bin so unglaublich traurig und das alles ist so sinnlos. kennst du das? kennst du das, wenn alles sinnlos ist?

manchmal sind wir eben alle mal traurig und allein und einsam und schwach und haben angst und sind unsichtbar und hassen uns, sind unsicher und lieben irgendwen, der uns nicht liebt.

kennst du das?  und kennst du das, wenn manchmal alles keinen sinn ergibt? wenn alles hoffnungslos ist? das sind tage wie heute. die haben dann einfach keinen sinn.